Lernen über den Unterricht hinaus
Zweimal jährlich – im Oktober vor den Herbstferien und im Januar – verwandelt sich das Emmy-Noether-Gymnasium für jeweils eine Schulwoche in einen Ort vielfältiger Lernerfahrungen: In den schulweiten Projektwochen verlassen alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 10 oft das klassische Unterrichtssetting und tauchen ein in authentische Lernumgebungen. Die Projektwochen sind eng mit unserem Fahrtenkonzept verzahnt und bieten ein breites Spektrum an Themen – von Naturwissenschaften über gesellschaftliches Engagement bis zu kultureller Bildung und sportlicher Betätigung.
Gemeinsame Grundlage – vielfältige Schwerpunkte
Während die Profilklassen in den Projektwochen vornehmlich MINT-orientierte Projekte durchlaufen, setzen die Regelklassen andere Schwerpunkte im breiten Fächerkanon. Dennoch zeigt sich eine enge Verknüpfung: Auch die Regelklassen nehmen an naturwissenschaftlichen Projekten teil und profitieren von unseren außerschulischen MINT-Partnern. Umgekehrt bereichern sich die MINT-Klassen durch Angebote aus anderen Fachbereichen. Diese gegenseitige Durchlässigkeit schafft eine vielfältige Lernkultur, in der alle Schülerinnen und Schüler von der thematischen Breite profitieren.
Gemeinsame Projektfahrten mit unterschiedlichen Akzenten
Besonders deutlich wird diese Verzahnung bei den Projektfahrten: Sowohl MINT- als auch Regelklassen fahren zur Waldfahrt in Klasse 8 in den Harz und zur Wolfsburg-Fahrt in Klasse 9 – allerdings mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
Naturwissenschaftliche Angebote für alle
Auch wenn die Regelklassen keinen expliziten MINT-Schwerpunkt haben, profitieren sie von unserem naturwissenschaftlichen Profil: Sie besuchen bespielsweise das DLR_School_Lab beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, experimentieren beim bbz-Chemie in Adlershof, bauen und programmieren Legoroboter mit LEGO® Education SPIKE, nehmen an KI-Workshops mit "KI macht Schule" teil und erstellen Erklärfilme zu wissenschaftlichen Themen. Der Zugang zu professionellen Laboren, moderner Technik und wissenschaftlichen Fragestellungen steht allen offen – MINT-Bildung ist am Emmy-Noether-Gymnasium schulweite Praxis.
Gesellschaftswissenschaften, Kultur, soziales Lernen und Berufsorientierung
Im Rahmen der Politischen Bildung kooperieren wir mit dem Netzwerk für Demokratie und Courage. Der Projekttag „Rassismus entgegentreten" gibt Raum für Stimmen Rassismus erfahrener Menschen und trainiert couragiertes Handeln gegen Diskriminierung. Der KZ-Gedenktag in Sachsenhausen schafft unmittelbare Begegnung mit der Geschichte des Nationalsozialismus und fördert historisches Bewusstsein und demokratische Verantwortung.
Berlins vielfältige Museumslandschaft wird intensiv genutzt: Besuche im Humboldt Forum mit wechselnden Ausstellungen wie „Berlin global" erweitern den Blick auf globale Zusammenhänge, das Futurium regt zum Nachdenken über Zukunftsthemen an, und das Naturkundemuseum verbindet Naturwissenschaft mit Kulturgeschichte. Eine Bibliotheksrallye mit Actionbound in der Mittelpunktbibliothek Treptow-Köpenick schult Recherchekompetenz und Medienkompetenz spielerisch.
Besonders wichtig sind die Projekttage zum wissenschaftlichen Arbeiten oder die Teamtrainingseinheiten, die von unserer Schulsozialarbeit begleitet werden: Beim gemeinsamen Kochen in der Lehrküche lernen Schülerinnen und Schüler Zusammenarbeit, Verantwortung und soziale Kompetenzen – weit über den Fachunterricht hinaus. Sporttage fördern Bewegung, Fairness und Teamgeist.
Das Klimafrühstück mit Kate e.V. (Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung) verbindet genussvolles Lernen mit ökologischen Fragen: Woher kommt unser Essen? Welchen CO₂-Fußabdruck hat unsere Ernährung?
Zahlreiche Projekttage rund um die Berufsorientierung runden die Projektwochen ab.
Projektwochen – Lernen fürs Leben
Die schulweiten Projektwochen stärken nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern fördern Eigenverantwortung, Teamarbeit, kritisches Denken und die Freude am entdeckenden Lernen. Sie schaffen authentische Begegnungen – mit Wissenschaftler:innen, Zeitzeug:innen, Künstler:innen und Expert:innen aus verschiedenen Bereichen.
Ein Beispiel aus unserer Projektwoche: Ein mobiler Wasserspielplatz entsteht – Holzschnitzprojekt im Freilandlabor Kaniswall
Im Rahmen der Waldprojektwoche vom 12. bis 16. Oktober 2026 gestaltete die Klasse 8c des Emmy-Noether-Gymnasiums im Freilandlabor Kaniswall einen mobilen Wasserspielplatz aus Holz. Unter fachkundiger Anleitung des Künstlers Christoph Gramberg bearbeiteten die Schülerinnen und Schüler Holz und fertigten geschnitzte Elemente, die mit Wasserbecken und variabel einsetzbaren Wasserrinnen kombiniert werden können. Entstanden ist ein vielseitiges Spiel- und Experimentierangebot, das künftig von zahlreichen Schülergruppen im Freilandlabor genutzt und auch bei Schulfesten eingesetzt werden kann.
Neben dem handwerklichen Ergebnis stand das gemeinsame Arbeiten im Mittelpunkt. Die Jugendlichen mussten Aufgaben verteilen, sich abstimmen, Herausforderungen gemeinsam lösen und Verantwortung für das gemeinsame Werk übernehmen. Dabei wurden Teamfähigkeit, Selbstständigkeit und gegenseitige Rücksichtnahme gestärkt. Die Schülerinnen und Schüler erlebten unmittelbar, wie aus ihren individuellen Beiträgen ein gelungenes Gesamtergebnis entstand.
Die Einbettung in die Waldprojektwoche mit weiteren naturpädagogischen Modulen eröffnete vielfältige Zugänge zum Lernen in und mit der Natur. Der Wasserspielplatz bietet darüber hinaus die Möglichkeit, Wasserwege spielerisch zu erkunden und Wasser als wertvolle, begrenzte Ressource zu thematisieren.
Das Projekt verbindet handwerkliches Gestalten, Umweltbildung und soziales Lernen. Wir danken „Grün macht Schule“ herzlich für die Unterstützung, durch die dieses nachhaltige und gemeinschaftsstärkende Vorhaben ermöglicht wurde.



